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Die Versorgung des Luftschiffhafens |
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Das Gaswerk:
Ein Dokument des Zeppelin-Museum Tonderns, verfaßt vom ehemaligen Gasmeister Friedrich Roeder, beschreibt die Wasserstoffgas-Produktion in einem derartigen Gaswerk: H-Fabrikation (System Pinsch) Die Herstellung des Wasserstoffes erfolgt nach der Reaktion FeO + 3 Fe + 4 H2O = Fe3O4 + FeO + 4 H2 Glühende Eisenmassen werden mit Dampf in Berührung gebracht, wobei der Sauerstoff (O wie Oxygenium) des Wasserdampfes (H2O = Hydrogeniumoxyd) sich mit dem Eisen (Fe wie Ferrum) verbindet, während der Wasserstoff (H wie Hydrogenium) frei wird. Um das Eisen wieder reaktionsfähig zu machen, wird es mit reduzierten Gasen behandelt. Eine reduzierende Wirkung üben z.B. Kohlenoxyd und Wasserstoff aus. Beide entziehen dem glühenden Eisenoxyd den Sauerstoff unter Bildung von Kohlensäure und Wasser. FeO4 + FeO + 2 CO + 2 H2 = FeO + 3 Fe + 2CO2 + 2 H2O Als Reduktionsgase finden besonders Wassergas, sowie auch das Generatorgas Anwendung; beide besitzen einen hohen Kohlenoxyd- und Wasserstoffgehalt und bieten den weiteren Vorteil, daß sie mit einfachen Mitteln billig hergestellt werden können. Der Betrieb setzt sich aus einzelnen Gasperioden zusammen, die durch Heiz- und Reduktionsperioden unterbrochen werden. Während der Heiz- und Reduktionsperioden strömt das gut vorgewärmte Wassergas unter Luftzuführung in den Wasserstoff-Gasgenerator, erwärmt und reduziert hier das Reduktionsmaterial und tritt dann in den Dampfüberhitzer. In diesem Apparat wird Gas unter weiterem Luftzusatz vollständig verbrannt und die Wärme auf einen Wärmespeicher übertragen. Eine erschöpfende Ausnutzung der Abhitze findet anschließend in einem Wassergasvorwärmer statt, indem das dem Wasserstoffgas-Generator zugeführte Wassergas zuvor erwärmt wird. Sobald die Gasperiode beendet ist, wird das Zentralsteuerwerk weiter gedreht. Hierdurch schließt sich der Dampfhahn, während die Klappe für die Verbrennungsgase sowie die Absperrorgane für Wassergas und Wind sich öffnen - es beginnt wieder die Heiz- und Reduktionsperiode. Die Zeiteinteilung ist wie folgt für die Heiz- und Reduktionsperiode sowie für die Gasperiode. Beim Anheizen des Wasserstofferzeugers wird, nachdem man sich persönlich überzeugt hat, daß sämtliche Wind-Dampf- und Wassergasanschlüsse zum Wasserstoffapparat abgesperrt sind, das Steuerrad in Ruhestellung gebracht, Wasser an der Vorlage angestellt und durch den Trichter abläuft, sowie alle Manometeranschlüsse an der Manometertafel frei, wobei das Wasser in den Manometergläsern auf Null spielt und mindestens 1.000 m³ Wassergas schon im Behälter bereit stehen, zuerst die Wassergaslunte angezündet, jetzt nachdem das Windgebläse läuft und normale Windpressung herrscht, öffnet man den Regulierungswindschieber vor dem Hauptwindschieber ein bis zwei Umdrehungen des Handrades, hebt den Hauptwindschieber rund 5 cm an und steckt die brennende Lunte durch das Schauloch in die Zündkammer. Wird die Gasflamme ausgeblasen, so dreht man den Regulierungsschieber etwas zurück bis die in die Zündkammer eingesteckte Gasflamme sich im Windstrom hält. Numehr wird das Handrad von der Ruhestellung auf Reduzieren gedreht und der Gashaupt- Regulierschieber langsam aufgedreht, bis das Wassergas sich an der Lunte entzündet, hierauf dreht man allmählich die beiden Regulierungsschieber weiter auf, bis der Gasregulierungsschieber etwa vier und der Hauptwind- Regulierschieber rund drei Umdrehungen geöffnet steht. Beim Anheizen steht in der Regel der Hauptwind-Regulierschieber in Reinigendorf*1 etwa eine Umdrehung weiter offen als der Gasregulierungsschieber. *1 Anmerkung: der Ausdruck "Reinigendorf" ist unklar, vielleicht ist damit Tondern, den 22. Februar 1917. gezeichnet Fr. Röder (Gasmeister) *1 Skrubber = Gas-Reinigungsanlage (siehe weiter oben: “Das erzeugte Wasserstoffgas wird als dann
Großer Gaslagertank: Je nachdem, wie groß das Volumen der eingelagerten Wasserstoffmenge war, vergrößerte sich das Volumen des Gaslagertanks. Die einzelnen Elemente wurden teleskopartig verfahren (Gasometer-Prinzip).
Gaserzeugung:
Auf den folgenden Bildern sind einzelne Apparaturen zur Wasserstoffgewinnung im Gaswerk in Tondern abgebildet. Ihre Funktion ist im einzelnen jedoch unklar. Man erkennt aber, daß es sich um verfahrenstechnische Anlagen handelt.
Beim Abbruch des Gaswerks 1920 wurden größere Teile mit der Bahn abtransportiert. Auf dem unten gezeigten Bild erkennt man die Behälter für die Gaserzeugung. Sie wurden erst mit Pferdefuhrwerken durch Tondern transportiert und anschließend auf Wagen der dänischen Reichsbahn verladen.
Das Elektrizitätswerk Zur Versorgung mit Strom war der Luftschiffhafen mit einem eigenen Elektrizitätswerk ausgestattet. Hier einige Bilder, die im E-Werk aufgenommen wurden.
Zurück zu den Versorgungseinrichtungen Das Wasserwerk Auf dem Gelände des heutigen Zeppelin-Museums stand zur Zeit des Luftschiffhafens das Wasserwerk zur Versorgung der Basis mit Frischwasser. Ob von diesem Werk Detailfotos existieren, ist nicht klar. Zurück zu den Versorgungseinrichtungen Und was findet sich heute auf dem Gelände... Vom Gaswerk und den anderen Versorgungseinrichtungen existiert heute noch ein Werkshaus des Gaswerks, daß auf dem Gelände der Kaserne direkt neben dem heutigen Zeppelin- Museum in Tondern liegt. Nebenan steht ein auf einem Steinfundament ruhendes zweigeschossiges hölzernes Haus. Dieses diente den Offizieren der kaiserlichen Marine als Unterkunft. Der Zustand beider Gebäude ist noch heute sehr gut.
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