Luftschiffe in Tondern


Auf dieser Seite sind alle Luftschiffe, die zumindest zeitweilig in Tondern stationiert waren, mit ihren wichtigsten Daten aufgeführt, soweit diese bekannt sind. Wo vorhanden, sind auch entsprechende Bilder eingefügt. Für Ergänzungen oder Korrekturen wenden Sie sich bitte an die Zeppelin-Gruppe Tondern.

Die Luftschiffe sind hier entsprechend ihrer Baunummer des Zeppelin-Luftschiffbaus (LZ ...) angeordnet. Diese Numerierung stimmt nicht mit der Numerierung durch die Marine überein. Andere Luftschifftypen (Konstruktionsprinzipien) sind am Ende aufgeführt.
 

L7


L7 (Aufnahme in Nordholz)
                              L7 (hier in Nordholz)


L7 bei der Einfahrt in TONI
                      L7 bei der Einfahrt in die Halle TONI in Tondern


Baunummer: LZ 32
Typ: m
Länge: 158,0 m
Durchmesser: 14,9 m
Volumen: 22.470 m3
Zellenanzahl: 18
Leergewicht: 17.708 kg
Nutzlast: 8.400 kg
Motorenanzahl: 3
Motorleistung:210 PS
Gesamtleistung: 630 PS
Geschwindigkeit: 23,2 m/s
1. Fahrt: 23.11.1914
Außer Dienst: 04.05.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Oberleutnant z. See Peterson
                   ab 30.05.1915 Kapitänleutnant d. R. Max Dietrich
                   ab 03.09.1915 Kapitänleutnant Stabbert
                   ab 10.11.1915 Kapitänleutnant v. Schubert
                   ab 11.01.1916 Kapitänleutnant Sommerfeldt
                   ab 16.04.1916 Leutnant z. See Hempel
Bauwerft: Friedrichshafen
Standorte: bis 22.01.1915 Leipzig
               bis 24.04.1915 Nordholz
               bis 04.05.1916 Tondern
Einsätze: 77 Aufklärungen
Bemerkung:
Auf der Rückweg von einer Aufklärungsfahrt geriet das Schiff am 04. Mai 1916 in ein Unwetter und sank bis auf 1200 Meter Höhe. Trotz Beschuß durch englische Kriegschiffe gelang es Leutnant Hempel das Schiff auf einen anderen Kurs zu bringen, wobei es bei Horns Riff (an der dänischen Küste) auf eine stärkere Flotte von englischen Kriegsschiffen traf. Die Schrapnellen der englischen Kreuzer “Galathea” und “Phaeton” trafen mehrere Gaszellen. Hempel gelang es nochmalig der feindlichen Flottille zu entkommen. Per Funk meldete er, daß L7 notwassern muß. Obwohl die deutschen Zerstörer und U-Boote schnellstens versuchten, das Schiff zu erreichen, entdeckten sie es nicht. Stattdessen wurde es von einem englischen U-Boot eingeholt und vollständig vernichtet. Während des Beschusses durch das U-Boot starben Leutnant Hempel, sein erster Offizier und 9 weitere Besatzungsmitglieder. Die anderen Überlebenden wurden gefangengenommen.

L7 ist getroffen
                      L7 muß nach Beschuß notwassern


L7 geht brennend unter
                              L7 geht brennend unter

L9

L9 vor dem Start
                            Klar zum Start


L9 nach dem Start
                      L9 steigt auf


L9 bei der Landung
                      Klar zur Landung


L9 landet
                      L9 landet


L9 nach der Landung in Tondern
                      L9 nach der Landung


Baunummer: LZ 36
Typ: o
Länge: 161,4 m
Durchmesser: 16,0 m
Volumen: 24.900 m3
Zellenanzahl: 15
Leergewicht: 18.078 kg
Nutzlast: 10.855 kg
Motorenanzahl: 3
Motorleistung: 210 PS
Gesamtleistung: 630 PS
Geschwindigkeit: 23,6 m/s
1. Fahrt: 08.03.1915
Außer Dienst: 16.09.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Mathy
                   ab 24.06.1915 Kapitänleutnant Loewe
                   ab 19.10.1915 Kapitänleutnant Martin Dietrich
                   ab 22.12.1915 Kapitänleutnant v. Proelss
                   ab 27.03.1916 Hauptmann Stelling
                   ab 10.06.1916 Kapitänleutnant Kraushaar
                   ab 14.06.1916 Kapitänleutnant Ganzel
                   ab 08.09.1916 Kapitänleutnant Hollender
                   ab 16.09.1916 Kapitänleutnant Gayer
Bauwerft: Friedrichshafen
Standorte: Nordholz, Hage, Tondern, Seddin, Hamburg
Einsätze: 74 Aufklärungsfahrten
             4 Angriffe mit 5.683 kg Bomben
Bemerkung:
Beim Gasnachfüllen von L6 verbrannte L9 am 16.09.1916 in der Doppelhalle in Fuhlsbüttel.

L18


L18 landet in Hannover
                                            L18 landet in Hannover


L18 bei der Halleneinfahrt in Tondern
                            L18 bei Halleneinfahrt in Tondern


Baunummer: LZ 52
Typ: p
Länge. 163,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 31.900 m3
Zellenanzahl. 16
Leergewicht: 21.667 kg
Nutzlast: 15.399 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 26,7 m/s
1. Fahrt: 03.11.1915
Außer Dienst: 17.11. 1915
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant d. R. Max Dietrich
Bauwerft: Löwenthal
Standorte: Tondern
Einsätze: keine, nur vier Fahrten
Bemerkung:
Durch ein undichtes Gasrohr beim Gasnachfüllen bzw. bei einem Gasflaschenbruch verbrannte L18 infolge Selbstentzündung am 17.11.1915 in der Halle TOSKA in Tondern. Dabei kam ein Marinesoldat ums Leben. Weitere Soldaten erlitten leichte Verbrennungen, so daß sie für einige Tage nicht am Dienst teilnehmen konnten.

L17

L17 bei der Landung
                      L17 bei der Landung


Baunummer: LZ 53
Typ: p
Länge: 163,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 31.900 m3
Zellenanzahl: 16
Leergewicht: 22.040 kg
Nutzlast: 15.026 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 26,0 ms
1. Fahrt 20.10.1915
Außer Dienst: 28.12.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Ehrlich
                   ab 10.08.1916 Kapitänleutnant Kraushaar
Bauwerft: Friedrichshafen
Standorte: Nordholz
               ab 17.08.1915 Tondern
Einsätze: 27 Aufklärungen
             9 Angriffe mit 10.724 kg Bomben
Bemerkung:
L17 und L24 verbrannten am 28.12.1916 in der Halle TOSKA in Tondern, nachdem L24 bei der Einfahrt in die Halle gegen eine der AEG-Glühbirnen gestoßen war.

L19

L19 in Fahrt
                                Seltenes Bild von L 19 in Fahrt


Schema von L19
                            Schematische Darstellung von L 19


Baunummer: LZ 54
Typ: p
Länge: 163,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 31.900 m3
Zellenanzahl: 16
Leergewicht: 21.704 kg
Nutzlast: 15.362 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 27,0 m/s
1. Fahrt: 27.11.1915
Außer Dienst. 02.02.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Loewe
Bauwerft: Friedrichshafen
Standorte: Dresden
               ab 28.01.1916 Tondern
Einsätze: 1 Angriff mit 1.600 kg Bomben
Bemerkung:
Am 01.02.1916 war L19 auf der Nordsee gestrandet. Der englische Fischdampfer “King Stephen” kam heran, ihr Kapitän verweigerte aber die Aufnahme der Schiffbrüchigen. Es gab keine Überlebenden, alle Besatzungsmitglieder ertranken am 02.02.1916. Lesen Sie
hier mehr über diese Tragödie...

King Stephen verläßt den havarierten L19 ohne zu helfen
                      Die Mannschaft des havarierten L19 wird im Stich gelassen...

L20


L20 wird in den Wind gedreht
                          L20 über Laufkatzenschiene
Baunummer: LZ 59
Typ: q
Länge: 178,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 35.800 m3
Zellenanzahl: 18
Leergewicht: 23.852 kg
Nutzlast: 17.500 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 24,9 m/s
1. Fahrt: 21.12.1915
Außer Dienst: 03.05.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Stabbert
Bauwerft: Friedrichshafen
Standorte: Tondern bis 21.02.1916
               Seddin bis 06.04.1916
               ab 06.04.1916 Tondern
Einsätze: 6 Aufklärungen
             2 Angriffe mit 2.864 kg Bomben
Bemerkung:
Am 02./03. Mai 1916 wurde der treibstoffschwache L20 nach der Rückkehr von einem Englandangriff abgetrieben und strandete bei Stavanger (Norwegen). Die Besatzung wurde interniert, doch gelang Kapitänleutnant Stabbert nach sechsmonatiger Gefangenschaft die Flucht nach Deutschland.

L20 ist in Stavanger gestrandet
                      L20 ist bei Stavanger/Norwegen gestrandet


Reste von L20
                              Reste von L 20


Die Besatzung geht an Land
                      Die Besatzung geht nach der Havarie an Land

L21

Baunummer: LZ 61
Typ: q
Länge: 178,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 35.800 m3
Zellenanzahl: 18
Leergewicht: 23.993 kg
Nutzlast: 17.605 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 25,7 m/s
1. Fahrt: 10.01.1916
Außer Dienst: 28.11.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant d. R. Max Dietrich
                   ab 24.06.1916 Hauptmann Stelling
                   ab 15.08.1916 Oberleutnant z. See Frankenberg
Bauwerft: Löwenthal
Standorte: Nordholz
               ab 21.02.1916 Seddin
               ab 05.04.1916 Tondern
               ab 16.04.1916 Nordholz
Einsätze: 17 Aufklärungen
             10 Angriffe mit 14.442 kg Bomben
Bemerkung:
Seine letzte Fahrt machte das Luftschiff am 28.11.1916. Nach einem Angriff auf Ziele an der englischen Ostküste wurde es mehrmals von gegnerischen Flugzeugen beschossen und schließlich von Phosphorgranaten in Brand gesetzt. Beim Absturz nahe Lowestoft gab es keine Überlebenden.

L30

                  L30, der “Super-Zeppelin”


L30 über dem Hauptquartier des F. d. L.
                              L 30 über Strassers Hauptquartier / Funkstation Ahlhorn


Steuerbordgondel von L30
                      Steuerbordgondel von L30


Baunummer: LZ 62
Typ: r
Länge: 198 m
Durchmesser: 23,9 m
Volumen: 55.000 m3
Zellenanzahl: 19
Leergewicht: 36.186 kg
Nutzlast: 27.721 kg
Motorenanzahl: 6
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 1440 PS
Geschwindigkeit: 27,8 m/s
1. Fahrt: 28.05.1916
Außer Dienst: August 1920
Eigentümer: Marine
Kommandant: Oberleutnant z. See v. Buttlar Brandenfels
                   ab 11.01.1917 Oberleutnant z. See Friemel
                   ab 20.04.1917 Oberleutnant z. See Boedecker
Bauwerft: Friedrichshafen
Standorte: Nordholz
               ab 21.08.1916 Ahlhorn
               ab 05.04.1917 Tondern
               ab 02.05.1917 Seerappen bei Königsberg/Ostpreußen
Einsätze: 31 Aufklärungen
             10 Angriffe mit 23.305 kg Bomben auf England, die aber wegen des schlechten Wetters kaum
             Schäden anrichteten
Bemerkung:
Dieses erste Schiff mit Seitengondeln war das erfolgreichste Luftschiff des ersten Weltkriegs.
Es wurde am 17.11.1917 in Seerappen außer Dienst gestellt, und im Jahre 1920 zerlegt als Reparationsleistung an Belgien ausgeliefert. Da man dort aber kein so großes Luftschiff unterbringen konnte, wurde es demontiert. Teile von L30 befinden sich heute im Musée de L´Air in Brüssel. Weitere Informationen finden Sie
hier...

L22

L22 in Nordholz
                    L 22 (hier in Nordholz)

Bei der Kanone auf der vorderen oberen Plattform handelt es sich lediglich um eine Atrappe, um mögliche Gegner in der Luft einzuschüchtern. Dahinter befinden sich die Maschinengewehre Maxim 08, wie auch folgendes Bild zeigt.

Bugplattform des L22
                        Vordere, obere Plattform von L 22 (vor der Beschädigung)

Die Maschinengewehre sind gegen Kälte geschützt abgedeckt. Im Vordergrund erkennt man die Fallschirme der Maschinengewehrbedienungen.

L22 mit beschädigter Frontpartie
                      L22 mit beschädigter Frontpartie (beim Einfahren in TOSKA passiert)


                           L22 geht auf dem Wasser nieder L22 geht auf dem Wasser nieder


Schiffsflagge von L22
                      Schiffsflagge von L9, L22, L38, L42, L71 (Martin Dietrich)

Die Flaggen an den Luftschiffen wurden immer solange verwendet, bis nur noch der Flaggenteil mit dem Eisernen Kreuz übrig war. Somit ist auch die Schiffsflagge von L9, L22, L38, L42 und L71 in diesem Zustand erhalten geblieben.

Baunummer: LZ 64
Typ: q
Länge: 178,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 35.800 m3
Zellenanzahl: 18
Leergewicht: 24.100 kg
Nutzlast: 17.498 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 26,4 m/s
1. Fahrt: 03.03.1916
Außer Dienst: 14.05.1917
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Martin Dietrich
                   ab 07.10.1916 Kapitänleutnant Hollender
                   ab 14.02.1917 Kapitänleutnant Hankow
                   ab 22.02.1917 Oberleutnant z. See Lehmann
Bauwerft: Löwenthal
Standorte: Tondern
               ab 15.03.1916 Nordholz
               ab 16.04.1916 Tondern
               ab 20.09.1916 Nordholz
               ab 03.03.1917 Hage
               ab 05.04.1917 Wittmundhaven
Einsätze: 30 Aufklärungen
             8 Angriffe mit 9.215 kg Bomben
Bemerkung:
Am 14. Mai 1917 kehrte L22 von einer Aufklärungsfahrt nicht mehr zurück. In den USA gebaute Curtiss-Flugboote mit großer Reichweite hatten es bei Terschelling abgeschossen. Es gab keine Überlebenden.

L23


L23 klärt auf
                      L23 klärt auf

L23 und die norwegische ROYAL
                              L23 stoppt das norwegische Segelschiff ROYAL

Zum Bild:
Eine Luftschiffaktion besondere Art machte das Marineluftschiff L23 bekannt. Am 23. April 1917 sichtete der Kommandant Bockholt im Gebiet der Doggerbank ein Segelschiff, das er mit seinen Maschinengewehren im Anschlag zum Stoppen aufforderte. Mit ihrem Beiboot mußten die Männer der norwegischen Bark ROYAL ein rasch zusammengestelltes Prisenkommando vom Luftschiff abholen, das die Ladung des Seglers überprüfte. Die Bark hatte sogenannte Konterbande, in diesem Fall Grubenholz für England, geladen. Daraufhin wurden Schiff und Ladung beschlagnahmt und als Prise nach Cuxhafen gebracht (Auszug aus J. M. Hormann: Zeppeline, Marineluftschiffe und Marineflieger)

Baunummer: LZ 66
Typ: q
Länge: 178,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 35.800 m3
Zellenanzahl: 18
Leergewicht: 23.173 kg
Nutzlast: 18.425 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 25,6 m/s
1. Fahrt: 08.04.1916
Außer Dienst: 22.08.1917
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant v. Schubert
                   ab 10.08.1916 Kapitänleutnant Ganzel
                   ab 30.01.1917 Kapitänleutnant Stabbert
                   ab 30.03.1917 Kapitänleutnant Bockholt
                   ab 14.06.1917 Oberleutnant z. See Dinter
Bauwerft: Potsdam
Standorte:ab 29.04.1916 Nordholz
                 09.11.1916 - 21.08.1917 Tondern
Einsätze: 51 Aufklärungen
             3 Angriffe auf England mit 5.254 kg Bomben
Bemerkung:
An der Westküste Jütlands bei Horns-Riff in der Nähe des Leuchtturms Lyngwik schoß am 21. August 1917 ein Bordflugzeug des englischen Kreuzers “Yarnmouth” L23 nach 101 Fahrten ab. Das Schiff geriet sofort in Brand und stürtzte ins Meer. Niemand überlebte den Absturz. Der Pilot des Sopwith-Pub Jägers war Leutnant B. A. Smart, der später auch an dem englischen Luftangriff gegen Luftschiffhafens am 19.Juli 1918 teilnahm.

L24

L24
                          L24 in Fahrt


L24 landet in Tondern
                                  L 24 landet in Tondern (Kapitänleutnant Robert Koch am Fenster)


L24 fährt in TOSKA ein
                            L24 bei der Einfahrt in TOSKA


L24 in TOSKA
                      L24 in TOSKA


Baunummer: LZ 69
Typ: q
Länge: 178,5 m
Durchmesser: 18,7 m
Volumen: 35.800 m3
Zellenanzahl: 18
Leergewicht: 23.298 kg
Nutzlast: 18.300 kg
Motorenanzahl: 4
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 960 PS
Geschwindigkeit: 25,6 m/s
1. Fahrt: 20.05.1916
Außer Dienst: 28.12.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Koch
                   ab 17.10.1916 Oberleutnant z. See Friemel
Bauwerft: Potsdam
Standorte: Tondern
Einsätze: 19 Aufklärungen
             4 Angriffe mit 8.510 kg Bomben
Bemerkung:
L24 stieß am 28.12.1916 wegen starkem Seitenwind beim Einfahren in TOSKA gegen eine der großen AEG-Glühbirnen; eine Zelle entzündete sich und das Luftschiff verbrannte vollständig. Mit ihm wurde auch der zur selben Zeit in der Halle liegende L17 ein Opfer der Flammen.

L37

Baunummer: LZ 75
Typ: r
Länge: 198,0 m
Durchmesser: 23,9 m
Volumen: 55.000 m3
Zellenanzahl: 19
Leergewicht: 35.808 kg
Nutzlast: 28.100 kg
Motorenanzahl: 6
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 1440 PS
Geschwindigkeit: 28,2 m/s
1. Fahrt: 09.11.1916
Außer Dienst: 07/1920
Eigentümer: Marine
Kommandant: bis 31.05.1917 Kapitänleutnant d. R. Proells
                   ab 01.06.1917 Kapitänleutnant Gärtner
Bauwerft: Staaken
Standorte: Ahlhorn
               Nordholz
               ab Mai 1917 Tondern
               ab 28.06.1917 Seddin, Wainoden, Seerappen, Seddin
Einsätze: 17 Aufklärungen
             4 Angriffe mit 6.450 kg Bomben
Bemerkung:
Bereits in Alhorn hatte sich L37 aufgrund von Konstruktionsmängeln als nicht hundertprozentig einsatzfähig erwiesen. Wahrscheinlich wurde das Gerippe während des Aufenthalts in Tondern verstärkt, damit L37 wenigstens für den Einsatz über der nicht so rauhen Ostsee geeignet war. Nach der Verlegung von Tondern wurde das Schiff nach mehreren Einsätzen über der Ostsee am 24.12.1917 in Seddin außer Dienst gestellt und 1920 zerlegt als Reparationsleistung an Japan ausgeliefert.

L45

L45 über TOBIAS und TONI
                                              L45 über TONI und TOBIAS


L45 in Berlin-Staaken (Bauwerft)
                L45 (hier am Boden in Berlin-Staaken)


Baunummer: LZ 85
Typ: r
Länge: 196,5 m
Durchmesser: 23,9 m
Volumen: 55.000 m3
Zellenanzahl: 19
Leergewicht: 32.908 kg
Nutzlast: 31.000 kg
Motorenanzahl: 6
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 1440 PS
Geschwindigkeit: 28,8 m/s
1. Fahrt: 02.04.1917
Außer Dienst: 20.10.1917
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Kölle
Bauwerft: Staaken
Standorte: Tondern
Einsätze: 12 Aufklärungen
             3 Angriffe mit 4.700 kg Bomben
Bemerkung:
L45 bombardierte am 19.10 1917 London. Auf dem Rückmarsch war die Windversetzung jedoch so groß, daß die Besatzung wegen Treibstoffmangels in Frankreich, im Saone-Tal bei Sisteron, notlanden mußte. Das Schiff verbrannte, die Besatzung wurde gefangengenommen.

Der Hauptpropeller (Führergondel) von L45 befindet sich heute möglicherweise im Zeppelin-Museum in Tondern. Dieser wurde 1990 bei Dachdeckerarbeiten auf dem Boden des Kunstmuseums in Tondern entdeckt.
Er ist ca. 5 m lang und hat ein Flügelblattbreite von 0,45 m. Er besteht aus 9 Schichten Honduras- oder Westafrika-Mahagoni (helle Schichten) und amerikanischem Walnußholz (dunkle Schichten). Die Gesamtdicke der 9 Schichten beträgt ca. 35 mm.

Propeller von L45 im Zeppelin-Museum
                      Hauptpropeller von L45 (?)


Auf einer Fläche befindet sich noch die Aufschrift “Garuda”, der Name des berlin-neuköllner Propeller-Herstellers, dessen Werbeplakat aus dem ersten Weltkrieg unten abgebildet ist.

Plakat von Garuda
                                                Garuda-Werbung


L54

 
L54 bei der Einfahrt in TOSKA
                      L54 bei der Einfahrt in TOSKA


Kapitänleutnant v. Buttlar Brandenfels und Kapitänleutnant Schiller im Kreise ihrer erfolgreichen Mannschaft. Schiller war zu der Zeit Wachoffizier auf L54.

Die Mannschaft von L54
                      v. Buttlar-Brandenfels im Kreise seiner erfolgreichen Mannschaft
                       (Rudolf Pleuss: erste Reihe, rechts liegend; Max Pruss: 3. Reihe, 4. von links )

 Pour le Mérite                                                                                                                       Pour le Mérite
Das Schiff stand über der Nordsee und England im Westeinsatz. Neben vielen Aufklärungsfahrten sind nur zwei Angriffe zu verzeichnen. Am 13.03.1918 nahm das Schiff an einem Geschwaderangriff auf die Batterien Spurn Head und Grimsby teil. Es geriet hierbei in starkes Geschützfeuer, in dessen Folge die Zelle IX mittschiffs auslief. Wahrscheinlich war die Zellenverletzung durch Eisbrocken entstanden, die einer der Propeller in die Hülle geschleudert hatte. Durch Kohlegasbildung wurden auf der Rückfahrt zwei Besatzungsmitglieder ohnmächtig. Nur mit größter Mühe und unter Abgabe von Treibstoff, um das Schiff leichter zu machen, konnte es den Heimathafen erreichen. V. Buttlar-Brandenfels erhielt nach dieser Fahrt als einziger Luftschiffkommandant am 9. April 1918 den “Pour le mérite”. Von der Luftschiffwaffe hat nur noch Peter Strasser, der Führer der Luftschiffe (F. d. L.) den “Pour le mérite” am 20. August 1917 erhalten.

Der “Blaue Max” (Pour le Mérite) zierte seit dem 9. April 1918 die Führergondel seines L54:

Der Pour le Mérite auf der Führergondel von L54
                                    Der “Pour Le Mérite” schmückt die Gondel von L54


Baunummer: LZ 99
Typ: u
Länge: 196,5 m
Durchmesser: 23,9 m
Volumen: 55.800 m3
Zellenanzahl: 18
Leergewicht: 25.218 kg
Nutzlast: 38.690 kg
Motorenanzahl: 5
Motorleistung: 240 PS
Gesamtleistung: 1200 PS
Geschwindigkeit: 29,8 m/s
1. Fahrt: 13.08.1917
Außer Dienst: 19.07.1918
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Bockholt
                   ab 16.09.1917 Kapitänleutnant v. Buttlar Brandenfels
Bauwerft: Staaken
Standorte: Wittmundhaven
               ab 05.09.1917 Tondern
Einsätze: 14 Aufklärungen
             2 Angriffe mit 5.840 kg Bomben
Bemerkung:
L54 wurde am
19. Juli 1918 bei einem Bombenangriff durch englische Sopwith Camel Jagdeinsitzer mit je 50 kg Bomben an Bord auf TOSKA zusammen mit L60 zerstört.

L54 wurde nach Bombenangriff zerstört!
                      Das Ende von L54


                       stempel2 Luftschiffstempel von L54

Die Flagge von L54:

Nach fast 84 Jahren ist sie als Leihgabe nach Tondern zurückgekommen. Sie befand sich zuletzt im Besitz von Monika und Paul Christiansen aus Pinneberg. Paul Christiansen hatte sie von seiner Mutter Veronika Gläser aus Tondern geerbt, die während des ersten Weltkriegs mit einem Marineluftschiffer vom Luftschiffhafen liiert war. Nach dem verheerenden Bombenangriff vom 19.Juli 1918 war dieser Soldat in die brennende Halle TOSKA gelaufen und hatte die Fahne von L54 abgenommen und gerettet. Vielleicht gehörte er Schillers Mannschaft (L60, zum Zeitpunkt des Angriffs auch in TOSKA liegend) an, die auch unter Einsatz ihres Lebens in die brennende Halle lief und heiße Bomben aus der Halle herausgetragen hat. Er übergab die Flagge in einem verschnürten Päckchen seiner damaligen Freundin, mit der Maßgabe, das Päckchen gut für ihn zu verwahren, auf keinen Fall zu öffnen und auch niemandem davon zu erzählen. Es mußte geheim bleiben, denn er hatte die Rettung der Flagge seinen Vorgesetzten nicht gemeldet. Der Marineluftschiffer kam jedoch nie wieder. Möglicherweise ist er in den letzten Kriegstagen an der Front gefallen. Leider ist sein Name heute auch nicht mehr bekannt. Nach dem Krieg heiratete Veronika Gläser den Drucker Paul Christiansen. Sie ziehen nach Pinneberg, wo ihr Mann 1928 eine Druckerei eröffnet. Seit 1920 lag auch das Paket, daß sie von ihrem Freund erhalten hatte, in ihrer Pinneberger Wohnung. Zehn Jahre nach dem Angriff öffnete sie es, fand darin die Flagge von L54 und erzählte erstmals ihrer Familie davon. Als ihr Mann Paul Christiansen 1958 stirbt, stellt sie das Bild ihrer ersten großen Liebe aus Tondern wieder in ihrer Wohnung auf. Ab 1965 zierte die Flagge die Druckerei, die zu der Zeit bereits von ihrem Sohn Paul Christiansen Junior geleitet wurde. Die Resonanz auf die ausgestellte Fahne war sowohl positiv als auch negativ. Immer häufiger kam später der eigentlich unverständliche Vorwurf, man verherrliche Kriegsandenken, so daß Monika und Paul Christiansen die Fahne schließlich abnahmen. Einige Jahre blieb unklar, was aus der Fahne werden sollte, die ja ein Stück Familiengeschichte war. Irgendwann bekamen sie Besuch von Hans-Jürgen Gläser aus Tondern, dem Neffen von Pauls Mutter. Als sie ihm die Geschichte erzählten, kommt ihm gleich das Zeppelin-Museum in Tondern in den Sinn. Der erste Vorsitzende der Zeppelin-Gruppe, die das Museum aufgebaut hat und betreut, ist sein ehemaliger Schüler Manfred Petersen. Monika und Paul Christiansen waren sofort einverstanden, die Flagge als Leihgabe dem Zeppelin-Museum zu überlassen. Anfang Dezember 2001 überbrachten die 61-Jährige und der 74-Jährige die Flagge dem Zeppelin-Museum. Für die Leihgabe dieses geschichtsträchtigen Ausstellungsstücks ist die Zeppelin-Gruppe den beiden Pinnerbergern zu großem Dank verpflichtet.

Die Flagge zeigt die gerade noch leserliche Aufschrift “Gaffelflg 2,1 x 1,2 m”. Sie ist in gutem Zustand, mit einigen kleinen Brandlöchern. Möglicherweise sind es Brandlöcher. Das ausgefranste Ende beweist, daß diese Flagge mehrfach in der Luft war und somit an den Einsätzen von L54 auch über England teilgenommen hat.

In naher Zukunft wird diese Flagge einen Ehrenplatz im Museum erhalten und der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Gaffelflagge von L54
                            Die Gaffelflagge von L54

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Die Taschenuhr von Horst Freiherr Treusch v. Buttlar-Brandenfels

Kürzlich erwarb ein befreundeter Sammler eine Taschenuhr. Diese Sprungdeckeluhr ist aus 14 Karat Gold und hat einen Durchmesser von 52 mm. Das Ziffernblatt ist aus weißer Emaille und trägt im 6-Uhr-Bereich ein vertieftes Sekunden- Ziffernblatt. Der vordere Deckel zeigt einen gravierten Reichsadler; der rückseitige eine Kaiserkrone. Auf dem inneren Deckel steht “Kapitänleutnant Treusch v. Buttlar-Brandenfels 09.04.1918. Dieses Datum entspricht exakt dem Tag der Verleihung des Pour le Mérite an H o r s t Julius Ludwig Otto Freiherr Treusch v. Buttlar- Brandenfels (geb. Hanau 15.06.1888).

       geöffnete Taschenuhr           Widmung auf der Rückseite
       Ziffernblatt                                                     Widmung unter dem rückseitigen Deckel

Unklar ist, ob diese Taschenuhr im Zusammenhang mit der Verleihung des Pour le Mérite verschenkt wurde und wer sie an v. Buttlar-Brandenfels gegeben hat. Nach Informationen einer Tochter v. Buttlar-Brandenfels hat ihr Vater diese Uhr wahrscheinlich in schlechten Nachkriegszeiten -sein Haus in Frankfurt war durch Bomben zerstört worden- verkauft. Während des zweiten Weltkriegs war v. Buttlar-Brandenfels Flughafenkommandant von Frankfurt. Er starb am 03.09.1962 in Berchtesgaden. Anfragen bei weiteren Nachfahren des Kapitänleutnants haben bis heute keine neuen Erkenntnisse gebracht. Für weitere Informationen wären wir sehr dankbar. Kontakt mit uns können Sie
hier aufnehmen.

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Rudolf Pleuss:

Am 05. Juli 2003 besuchte Frau Gerda Willenbücher (83, Hildesheim) das Zeppelin-Museum in Tondern. Sie brachte ein Bild ihres Vaters, Rudolf Pleuss (geboren 13. Dezember 1895 in Osnabrück, 1955 verstorben), mit. Er war als Mannschaftsdienstgrad auf L 54 gefahren und gehörte damit zur Mannschaft des erfolgreichen Luftschiffkommandanten Kapitänleutnant von Buttlar-Brandenfels. Auch ihre Mutter, Maria Margarethe Pleuss, geb. Petersen (geboren 02. März 1895 in Tondern, gestorben 1986) war auf dem Luftschiffhafen in einem Büro beschäftigt gewesen. Die beiden haben sich dort kennen und lieben gelernt und am 28. Dezember 1919 geheiratet. Frau Willenbücher wollte einmal das Museum sehen, das auch einen Teil des Lebens ihres Vaters für die Zukunft bewahrt.

Rudolf Pleuss
                                        Rudolf Pleuss

Rudolf Pleuss war bis zum Ende des Luftschiffhafens in Tondern stationiert. In der schweren Zeit nach dem ersten Weltkrieg bestritt der Vater den Lebensunterhalt der Familie bis in das Dritte Reich hinein durch Lichtbildervorträge über seine Kriegserlebnisse. Er berichtete unter anderem auch von der Tragödie von L 19, wie sich Gerda Willenbücher erinnert. Nach dem Tod des Vaters zog Ihre Mutter 1955 zu ihrem jüngsten Sohn Hartwig. Sie fanden die Bilder und den Vortrag. Der Sohn ließ die Bilder reproduzieren; die Schwägerin von Gerda Willenbücher tippte den Vortragstext ab. Es entstand ein Buch mit den Kriegserlebnissen des Vaters, bei denen der Luftschiffhafen Tondern eine große Rolle spielte. Leider ist dieses Buch nur in drei Exemplaren angefertigt worden. Die originalen Vorlagen existieren nicht mehr. Gerda Willenbücher hat Ihr Exemplar vor einiger Zeit an das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen gegeben. Das Zeppelin-Museum Tondern wird sich bemühen, wenigstens eine Kopie zu bekommen, können dort noch wichtige Informationen über den ehemaligen Luftschiffhafen und das Leben der Marineluftschiffer enthalten sein.

Ihr Vater war Zeit seines Lebens mit der Luftfahrt verbunden, ist jedoch selbst nie geflogen. So war Gerda Willenbücher während ihrer Kindheit mit ihren Geschwistern oft auf dem Flugplatz in Osnabrück. Eine enge Freundschaft bestand zwischen Max Pruss und Rudolf Pleuss, waren doch beide zusammen auf L 54 gefahren. In Gerda Willenbüchers Besitz befindet sich noch ein Bild, das ihre Eltern mit Max Pruss im Jahre 1955 zeigt.
Max Pruss steuerte 1937 als 2. Kommandant den LZ 129 “Hindenburg”, als dieser bei der Landung in Lakehurst/USA in Flammen aufging und das Ende der zivilen Luftschiffahrt besiegelte. Max Pruss erlitt -wie viele andere auch- schwere verbrennungen, die sein Gesicht und seine Hände entstellten. Nach diesem Unfall sollte Gerda Willenbücher “Onkel Max” nicht mehr zu Gesicht bekommen. Während ihrer BDM-Zeit in Frankfurt 1938 (Max Pruss war dort Flughafen-Kommandant), wollte sie Onkel Max treffen. Aber es ist nie zu diesem Treffen gekommen. Irgendetwas ist immer dazwischen gekommen. Vielleicht wollte er, daß sie ihn so in Erinnerung behält, wie er vor der Hindenburg-Katastrophe gewesen war....
Als LZ 127 “Graf Zeppelin” einmal Osnabrück besuchte, war die ganze Stadt auf den Beinen, um den Zeppelin zu begrüßen. An Bord war auch Max Pruss. Dieser warf Luftpost ab. Ein Brief war für die Stadt Osnabrück und ein Brief für seinen Freund Rudolf Pleuss bestimmt. Zur Begrüßung des Zeppelins und als Erinnerung an die Zeit der Zeppeline (in Tondern) war ein Flugzeug mit einer Reichskriegsflagge, die Rudolf Pleuss aus Tondern mitgebracht hatte, dem LZ 127 entgegengeflogen. Später hing diese nun stark zerfetzte Flagge wieder bei den Erinnerungen Ihres Vaters im Arbeitszimmer. Wo sie abgeblieben ist, weiß auch Gerda Willenbücher nicht...

Im zweiten Weltkrieg war Rudolf Pleuss Hauptmann in der Deutschen Luftwaffe. Er starb im Sommer 1955 in Osnabrück. Seine Frau wurde über 90 Jahre alt und starb 1986.

Gerda Willenbücher
                              Gerda Willenbücher vor einem Bildnis der Mannschaft von L 54


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L60

Baunummer: LZ 108
Typ: v
Länge: 196,5 m
Durchmesser: 23,9 m
Volumen: 55.850 m3
Zellenanzahl: 14
Leergewicht:26.283 kg
Nutzlast: 38.612 kg
Motorenanzahl: 5
Motorleistung: 260 PS
Gesamtleistung: 1300 PS
Geschwindigkeit: 29,6 m/s
1. Fahrt: 18.12.1917
Außer Dienst: 19.07.1918
Eigentümer: Marine
Kommandant: Kapitänleutnant Flemming
Bauwerft: Staaken
Standorte: Tondern
Einsätze: 11 Aufklärungen
             1 Angriff mit 3.120 kg Bomben
Bemerkung:
L60 wurde nach einem Bombenangriff durch englische Flieger am
19. Juli 1918 zusammen mit L54 in der Halle TOSKA in Tondern zerstört.

L60 wurde nach Bombenangriff zerstört!
                      Das Ende von L60


PL 25

PL 25 war das letzte nach dem Eingondeltyp gebaute Parseval-Luftschiff aus dem Jahre 1915.

Die Form des Schiffes war außerordentlich schön. Vielleicht hätte eine etwas gedrungenere Gestalt noch bessere Resultate ergeben. Ein so großes Schiff mit nur einer Gondel zu bauen war damals ballontechnisch eine Höchstleistung.

PL-25: Erstes Luftschiff in Tondern
                            PL-25 in Tondern


PL-25 während der Bauphase
                            PL-25 im Bau


Gondel von PL-25
                            Gondel von PL-25


PL-25 in TOBIAS
                            PL-25 in der Halle TOBIAS

Länge: 112,3 m
Durchmesser: 16,4 m
Volumen: 14.000 m3
Zellenanzahl:
Leergewicht:??? kg
Nutzlast: ??? kg
Motorenanzahl: 2 Maybach
Motorleistung: 210 PS
Gesamtleistung: 420 PS
Geschwindigkeit: 21,0 m/s
1. Fahrt: 25.02.1915
Außer Dienst: 30.03.1916
Eigentümer: Marine
Kommandant: Hauptmann Stelling
                   Hauptmann Manger
Bauwerft: Luftfahrzeug-Gesellschaft, Bitterfeld
Standorte: Bitterfeld
               25.03.1915 - 03.11.1915 Tondern
               04.11.1915 - 29.03.1916 Fuhlsbüttel
               30.03.1916 Abrüstung in der Siemens-Halle Biesdorf
Einsätze: 10 Probefahrten
             41 Aufklärungsfahrten über der Nordsee
             34 Schulungsfahrten für Luftschiffpersonal (von Tondern aus durchgeführt)
Bemerkung:
Bei einer der Fahrten ereignete sich ein Zwischenfall, den das Parseval-Luftschiff unbeschadet überstand. Bei einer plötzlich auftretenden Gewitterbö wurde das Luftschiff aus 350 m Höhe mit aller Gewalt auf das Wasser gedrückt. Dabei tauchte die Kabine in die unruhige See ein. Bereits bei der nächsten Bö wurde das Luftschiff hochgeschleudert und konnte seine Fahrt wieder fortsetzen. Niemand, weder das Schiff noch die Besatzung, sind zu Schaden gekommen.

Literatur

Peter Meyer: “Luftschiffe - Die Geschichte der deutschen Zeppeline”, Verlag Wehr & Wissen, Koblenz/Bonn 1980
August von Parseval: “Graf Zeppelin und die deutsche Luftfahrt”, Verlagsanstalt Herrmann Klemm, Berlin-Grunewald 1930
Horst Freiherr Treusch v. Buttlar Brandenfels: “Zeppeline gegen England”, Amalthen-Verlag, Wien 1931
Thor Goote: “Peter Strasser, der F. d. L.”, Breidenstein Verlagsgesellschaft, Frankfurt a. Main 1938
Gerhard Völz: “Luftfahrt zwischen Nord- und Ostsee”, Karl Wachholtz Verlag Neumünster 1975
Unterlagen des Zeppelin-Museums Tondern


Zeppelin

Stand:
August 2003